Pflege

BKK BPW-Versicherte sind auch pflegeversichert.

Ältere Dame lächelt

Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt 3,05 %
(für Kinderlose 3,30 %).

Grundlage sind die beitragspflichtigen Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die im Jahr 2018 4.537,50 Euro beträgt. Für Arbeitnehmer zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags (Ausnahme Sachsen). Als Rentner Versicherte tragen die Beiträge alleine.

Das ist neu in der Pflege seit dem 01.01.2017:

Durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) findet in der Pflegeversicherung ein grundlegender Systemwechsel statt.

Pflegebedürftige Menschen und ihre pflegenden Angehörigen können sich freuen: Die Leistungen werden verbessert, der Kreis der Anspruchsberechtigen erweitert und das Verfahren zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit auf eine neue verbesserte Grundlage gestellt.

Was heißt Pflegebedürftigkeit und welche Veränderungen gibt es?

Pflegebedürftig sind Menschen, die wegen Krankheit oder Behinderung im Alltag dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Sie benötigen Unterstützung  bei täglichen Verrichtungen. Dabei standen bis zum 31.12.2016 körperliche Einschränkungen und der in Minuten gemessene Hilfebedarf im Vordergrund. Das benachteiligte insbesondere Menschen, die beispielsweise an einer Demenzerkrankung leiden. Ihre eingeschränkte Alltagskompetenz musste extra festgestellt werden, damit sie einzelne Leistungen der Pflegeversicherung beziehen konnten, wie allgemeine Beaufsichtigung und Betreuung.

Der Pflegebedürftigkeitsbegriff definiert in der Pflegeversicherung, wer in welchem Umfang Leistungen beziehen kann. Seit dem 01. Januar 2017 orientiert sich dieser Begriff der Pflegebedürftigkeit nun am tatsächlichen und umfassenden Unterstützungs- und Hilfebedarf. Pflegeleistungen werden künftig daran gemessen, wie selbständig die Betroffenen bei der Bewältigung ihres Alltags sind. Es spielt dabei keine Rolle mehr, ob körperliche oder psychische Einschränkungen im Vordergrund stehen und welche Hilfeleistungen gemessen als Zeitanteil tatsächlich erbracht werden. Zu bewerten ist allein, ob die Person die jeweilige Aktivität praktisch durchführen kann. Alle Pflegebedürftigen erhalten damit einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung.

Fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen

Dazu werden die bisherigen drei Pflegestufen in bedarfsgerechtere und neu konzipierte fünf Pflegegrade überführt, die ab 01.01.2017 gelten.

Die Hauptleistungsbeträge der Pflegeversicherung betragen ab dem 01.01.2017:

  Geldleistung ambulant Sachleistung ambulant Entlastungs- betrag Leistungs- betrag stationär
Pflegegrad I     125,00 €  
Pflegegrad II 316,00 € 689,00 € 125,00 € 770,00 €
Pflegegrad III 545,00 € 1298,00 € 125,00 € 1262,00 €
Pflegegrad IV 728,00 € 1612,00 € 125,00 € 1775,00 €
Pflegegrad V 901,00 € 1995,00 € 125,00 € 2005,00 €

Neues Begutachtungsverfahren

Ab 01. Januar  2017 wird bei Neuanträgen auf Leistungen der Pflegeversicherung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) der jeweilige Pflegegrad auf der Grundlage eines neuen Begutachtungsverfahrens ermittelt. Mit dem auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelten neuen Begutachtungsinstrument wird der Blick auf den Menschen erweitert und Aspekte, wie beispielsweise die Fähigkeit Gespräche zu führen und Bedürfnisse mitzuteilen sowie die Unterstützung beim Umgang mit der Krankheit, zusätzlich mit einbezogen. Dies macht es möglich, Art und Umfang der Leistungen genauer auf den jeweiligen Bedarf abzustimmen. Grundidee des neuen Begutachtungssystems ist es, dass ab Januar 2017 körperliche, kognitive und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen werden. Mit der Begutachtung wird der Grad der Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Bereichen (Modulen) gemessen und - mit unterschiedlicher Gewichtung – zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Daraus ergibt sich die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade. Die sechs Bereiche sind:

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakt

Für Kinder gibt es eine Sonderregelung:

Kinder im Alter von bis zu 18 Monaten werden bei gleicher Einschränkung pauschal einen Pflegegrad höher eingestuft als ältere Kinder und erwachsene Pflegebedürftige und können in diesem Pflegegrad ohne weitere Begutachtung bis zur Vollendung des 18. Lebensmonats verbleiben.

Weitere Verbesserungen

Der Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ wird gestärkt

Mit dem neuen Begutachtungsverfahren werden die Beeinträchtigungen pflegebedürftiger  Menschen, aber auch die Möglichkeiten, deren Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederzugewinnen, besser erfasst. Damit wird auch klarer als bisher erkennbar, wo und wie Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen ansetzen müssen. Die im Pflegegutachten des MDK enthaltene Empfehlung für eine Rehabilitationsmaßnahme führt ab Januar 2017 unmittelbar zu einem Rehabilitationsantrag, sofern die pflegebedürftige Person zustimmt.

Die Versorgung mit Hilfs- und Pflegehilfsmitteln wird erleichtert

Für Hilfs- und Pflegehilfsmittel, die für die Selbständigkeit von Pflegebedürftigen besonders wichtig sind oder welche die Pflege erleichtern, müssen Pflegebedürftige zukünftig keine gesonderte Verordnung vom Arzt mehr einreichen. Es reicht ab Januar 2017, wenn die Gutachter des MDK im Rahmen der Prüfung der Pflegebedürftigkeit diese Hilfsmittel empfehlen und die pflegebedürftige Person mit der Empfehlung einverstanden ist. Eine ärztliche Verordnung ist in diesen Fällen nicht mehr erforderlich.

Die Verfahren zur Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen wird flexibel gestaltet und vereinfacht

Pflegebedürftige können aus den Angeboten zugelassener Pflegedienste nach ihren Wünschen und Bedürfnissen frei wählen, unabhängig davon, ob diese Angebote körperbezogene Pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuungsmaßnahmen oder Hilfen bei der Haushaltsführung betreffen.

Auch die Pflegeberatung wird weiter verbessert

Von den Angeboten der Pflegeberatung profitieren ab 2017 auch pflegende Angehörige, zum Beispiel durch gezielte Information über Entlastungsangebote wie Pflegekurse oder Freistellungsmöglichkeiten nach dem Pflegezeit- und Familienpflegegesetz. Eine weitere Neuerung ist, dass auf Wunsch die Beratung in der Wohnung oder in der Einrichtung erfolgt, in der die pflegebedürftige Person lebt.

Neu ist auch der Einheitliche Eigenanteil in der vollstationären Pflege

Für pflegebedürftige, die in vollstationären Pflegeeinrichtungen versorgt werden, sind die von Ihnen zu zahlenden einrichtungsindividuellen, pflegebedingten Eigenanteile in den Pflegegraden 2 bis 5 gleich hoch und erhöhen sich nicht mehr aufgrund steigender Pflegebedürftigkeit. Dadurch lassen sich auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit die langfristigen Kosten vor dem Umzug in ein Pflegeheim besser kalkulieren und viele Pflegebedürftige werden finanziell entlastet.

Mit der Pflegereform wird auch die soziale Absicherung der Pflegeperson verbessert

Für Pflegepersonen, die Angehörige bzw. Pflegebedürftige im Pflegegrad 2 bis 5 wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig zwei Tage in der Woche,  zu Hause pflegen, zahlt die Pflegekasse die Beiträge zur Rentenversicherung. Dabei kommt es darauf an, in welchem Umfang die Pflege durch Pflegepersonen erbracht wird und in welchen Pflegegrad der Pflegebedürftige eingestuft ist. Gestaffelt nach Pflegebedürftigkeit steigen die Rentenbeiträge.

Zusätzlich genießen Pflegepersonen den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Unfallversicherungsschutz umfasst alle Bereiche, die für die Feststellung von Pflegebedürftigkeit  berücksichtigt werden. Zudem sind  die Hilfen bei der Haushaltsführung in den Unfallversicherungsschutz mit einbezogen.

Hat die Pflegeperson ihre Beschäftigung wegen der Pflegetätigkeit unterbrochen oder auch ganz aufgegeben, zahlt die Pflegekasse für die Dauer der Pflege auch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Für weitergehende Informationen stehen Ihnen die Kolleginnen der BKK-Pflegeversicherung gerne mit Rat und Tat zur Seite:

Sylvia Kiemes-Uppenkamp, Tel.: 02262/78-1044
sylvia.kiemes-uppenkamp (at) bkk-bpw.de

Ute Maiwald, Tel.: 02262/78-2035
ute.maiwald (at) bkk-bpw.de

Beate Dietermann, Tel.: 02262/78-1140
beate.dietermann (at) bkk-bpw.de

oder fordern Sie unsere kostenlose Broschüre zu diesem kompakten Thema an:

„BKK Pflegeversicherung -  das Wichtigste im Überblick 2017“.