Änderung der Beitragsberechnung für Selbständige ab 2019

Die Beiträge für freiwillig Versicherte mit Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit werden seit dem 01.01.2018 zunächst immer vorläufig festgesetzt. Nach Vorlage des Einkommensteuerbescheides werden die Beiträge für das betreffende Kalenderjahr auf der Basis der tatsächlich erzielten Einkünfte rückwirkend neu festgesetzt.

Diese Regelung gilt auch für nebenberuflich selbstständig Tätige und für Versicherte, die beitragspflichtige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen.

Das GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) sieht ab dem 01.01.2019 eine Reduzierung der Mindestbemessungsgrenzen vor. Gegenüber der bisher geltenden Mindestbemessungsgrenze für Selbstständige in Höhe von 2.283,75 EUR beträgt die neue allgemeine Mindestbemessungsgrenze nun 1.038,33 EUR.

Somit entfällt ab 2019 die Unterteilung in zwei unterschiedliche Mindestbemessungsgrenzen. Für die noch ausstehenden endgültigen Beitragsfestsetzungen für das Kalenderjahr 2018 gelten weiterhin die beiden bisherigen Mindestbemessunggrenzen.

Liegen die Einkünfte des Selbstständigen anhand des aktuellen Einkommensteuerbescheids zwischen den Mindestbemessungsgrenzen von 2018 und 2019, werden die tatsächlich erzielten Einkünfte zugrunde gelegt.

Beispiel: Ein freiwillig versicherter hauptberuflich Selbstständiger zahlt aktuell vorläufig Beiträge von 2.500 EUR monatlich. Im Februar 2020 legt er seiner Krankenkasse den Einkommenssteuerbescheid für 2018 vor. Danach betrug 2018 sein monatliches Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit nur 1.250 EUR.

Ergebnis: Auf der Basis des Einkommensteuerbescheides werden die Beiträge für 2018 endgültig festgesetzt. Die Beiträge werden rückwirkend neu festgesetzt und es erfolgt eine Beitragserstattung. Allerdings werden bei der Beitragsneufestsetzung nicht 1.250 EUR, sondern 2.283,75 EUR monatlich als Einkommen zugrunde gelegt.

Die ab 01.03.2020 vorläufig neu festgesetzten Beiträge werden auf der Basis von 1.250 EUR berechnet.