Änderung der Beitragsberechnung für freiwillig Versicherte ab 2018

Das im April 2017 in Kraft getretene neue Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz sieht unter anderem vor, dass die Beiträge für Unternehmer, Selbständige und Freiberufler, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind, künftig rückwirkend an die Einkommensentwicklung angepasst werden.

Diese Regelung gilt auch für nebenberuflich selbstständig Tätige und für Versicherte, die beitragspflichtige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen.

Bei Beziehern anderer Einnahmen bleibt es beim derzeitigen Verfahren.

Die Höhe der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung wird für freiwillig Versicherte ab 01.01.2018 vorläufig festgesetzt, wenn der für die Beitragseinstufung maßgebliche Einkommensteuerbescheid Einkünfte aus Arbeitseinkommen enthält.

Das bedeutet, dass die Krankenversicherungsbeiträge nur noch unter Vorbehalt festgesetzt werden. Die definitive Beitragshöhe ergibt sich später rückwirkend anhand der tatsächlich erzielten beitragspflichtigen Einnahmen aus dem letzten Einkommensteuerbescheid. An diesem orientiert sich gleichzeitig die vorläufige Festsetzung der Beiträge für das Folgejahr. Derartige Anpassungen könnten bis zu drei Jahre rückwirkend erfolgen.

Maßgeblich ist dann künftig der Einkommensteuerbescheid für das jeweilige Kalenderjahr, erstmalig für das Jahr 2018. Hierbei kann es dann rückwirkend zu Nachforderungen oder Erstattungen der Beiträge kommen.

Ihren Beitrag berechnen wir zunächst nach dem letzten Einkommensteuerbescheid. Änderungen erfolgen jeweils mit Beginn des auf den Einkommensteuerbescheid folgenden Monats.

Als beitragspflichtiges monatliches Einkommen setzen wir grundsätzlich höchstens
4.425 Euro monatlich (2018) an. Das ist die Beitragsbemessungsgrenze. Mindestens gilt im Jahr 2018 die Berechnung aus Einnahmen in Höhe von monatlich 2.283,75 Euro.

Beispiel: Ein freiwillig versicherter Selbstständiger zahlt bisher Beiträge von einem nachgewiesenen Einkommen in Höhe von 3.500 EUR. Im Dezember 2019 legt er den im selben Monat ausgestellten Einkommenssteuerbescheid für das Kalenderjahr 2018 der Krankenkasse vor. Daraus errechnet sich ein monatliches Einkommen in Höhe 4.000 EUR.

Die Beiträge für 2018 werden unter Berücksichtigung der in diesem Jahr geltenden Beitragsbemessungsgrenze neu festgesetzt. Berechnungsgrundlage sind 4.000 EUR. Die zu wenig gezahlten Beiträge sind nachzuentrichten. Für die zukünftige Beitragsentrichtung werden ab 1. Januar 2020 vorläufig ebenfalls die Einnahmen in Höhe von 4.000 EUR berücksichtigt.